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  • Marcel Janker

Initiative JUNGHEIZER: Nachwuchsförderung im Handwerk




Am 22. 01. 2020 fand das dritte JUNGHEIZER Branchentreffen in Landau in der Pfalz statt. Durchgeführt wurde das Treffen bei der Firma G.U.T. Schramm KG, die auch schon von Anfang an als Unterstützer der JUNGHEIZER mit dabei sind. Die rund 50 Teilnehmer des Branchentreffens kamen verteilt aus der Industrie, dem Handwerk, von Schulen, der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft und dem Großhandel. Außerdem dabei waren Unterstützer von jungen Initiativen bekannt aus Social Media, wie die Heizungsbauer aus Leidenschaft, Check and Work oder SHKjobs.de. Mit der Kamera festgehalten wurde der Tag von SHK TV.

Der JUNGHEIZER Truck vor der Firma Schramm in Landau.Wer sind die JUNGHEIZER? Vor ca. drei Jahren saßen Nico Ullmer, Geschäftsführer des SHK-Handwerksunternehmens Friedel + Ullmer GmbH, Philipp Schimmele und Lucas Fischer bei einem Feierabendbier zusammen und sprachen über das allgegenwärtige Nachwuchsproblem im Handwerk: Es werden einfach keine Auszubildenden mehr gefunden. Da die drei ein leidenschaftliches Hobby vereint, nämlich Motorsport, reifte aus diesem Gespräch die Idee des JUNGHEIZER-Konzeptes, nämlich Schüler durch Motorsport für das Handwerk zu begeistern.

JUNGHEIZER-Konzept Der Ansatz ist einleuchtend: Schüler dort abzuholen und zu begeistern, wo sie sind und diese für ein Praktikum bzw. für eine Ausbildung zu gewinnen. An deren Schulen oder auf Berufsmessen, in den sozialen Medien auf Facebook und Instagram oder im Internet auf der modernen Jungheizer-Website. Im Gegensatz zu „klassischen Ausbildungemessen“, wo an lieblos gestalteten Ständen ältere Herrschaften mit Schlips und Kragen ernsten Blickes darauf warten, von ihren zukünftigen Stiften angesprochen zu werden, sollen die JUNGHEIZER-Aktionen komplett anders sein: Ansprechend, praxisnah und cool! Dabei spielen die Azubis von Friedel + Ullmer, die fester Bestandteil des JUNGHEIZER-Teams sind, eine entscheidende Rolle, denn sie haben richtig Bock auf die Aktionen und bringen deshalb den richtigen Teamspirit mit, der bei jeder JUNGHEIZER-Aktion spürbar präsent ist und diese zu einem besonderen Erlebnis macht.

SELBST HAND ANLEGEN UND PRAXISNAH AUSPROBIEREN Auf den vielen Infoveranstaltungen können die Schüler ihr handwerkliches Geschick an verschiedenen Stationen ausprobieren: Löten, bohren, Rohre schneiden und biegen oder Reifen wechseln. Erfolg wird bei den Jungheizern belohnt. Wurden die Aufgaben gut durchgeführt, dürfen sie eine Runde im Rennsimulator „heizen“. Selbst Hand anlegen ist cool: hier wird gelötet.AUSBILDUNG ALS JUNGHEIZER Haben die Schüler Feuer gefangen, ist der nächste Schritt ein Praktikum in einem Partnerbetrieb. Darauf aufbauend kann eine Ausbildung begonnen werden. Doch auch während der Ausbildung wird gute Leistung belohnt. So dürfen die Azubis z.B. an Motorsport-Events teilnehmen. Die Förderung des Nachwuchses wird auch sehr groß geschrieben. So führen die Auszubildenden nicht nur eigene Projekte durch, sondern nehmen auch an weiterführenden Schulungen teil.

ZUSAMMENARBEIT MIT PARTNERBETRIEBEN Das Konzept der Jungheizer sieht vor, deutschlandweit mit Handwerksbetrieben zusammen zu arbeiten, die auch Ausbildungsstellen nach dem JUNGHEIZER-Konzept anbieten möchten. So suchen die JUNGHEIZER Partnerbetriebe, die deren Ausbildungs- und Wertvorstellungen teilen. „Die Ausbildung von jungen Talenten ist eine spannende, extrem wichtige Aufgabe. Eine gute Ausbildung ist unersetzlich und ein/e gute/r Auszubildende/r erst recht“, heißt es auf der Website. Hier können Handwerksbetriebe genauere Informationen zu dem Partnerprogramm anfordern. Dritter JUNGHEIZER Branchentreff in Landau Bis zum offiziellen Start des Branchentreffens trudelten die meisten Teilnehmer ein, wo sich in lockerer Runde noch unterhalten und gefrühstückt werden konnte.

Rückblick JUNGHEIZER 2019 Ab 9.30 ging es dann endlich los mit einem Rückblick ins Jahr 2019. Auch im letzten Jahr konnten einige JUNGHEIZER Aktionen an Schulen in Landau und Umgebung durchgeführt werden. Ein besonderes Highlight des letzten Jahres stellte der JUNGHEIZER Truck dar, der mit finanzieller Unterstützung der Partner erworben und umgebaut werden konnte. Neben den Rennautos sorgt nun der Truck ebenfalls für große Aufmerksamkeit bei den Schülern. Außerdem fand die erste JUNGHEIZER & Friends Messe statt. Hier beteiligten sich mehrere Handwerksunternehmen verschiedener Gewerke als Aussteller, um den teilnehmenden Schülern das Handwerk näher zu bringen und eventuell für eine Ausbildung zu begeistern. Außerdem sorgten Aktionen wie Bagger fahren, Bubble Soccer oder Gewinnspiele für ein tolles, gelungenes Event.

Planung JUNGHEIZER 2020 Auch für das Jahr 2020 sind wieder viele Aktionen an Schulen in Landau und Umgebung geplant. Statt der JUNGHEIZER & Friends Messe beteiligen sich die JUNGHEIZER in diesem Jahr aktiv an der Ausbildungsmesse der Kreishandwerkerschaft Südpfalz/Deutsche Weinstraße, welche im September im großen Stil geplant ist. Doch neben der Planung der Events wurde auch deutlich, wie zeitaufwendig und arbeitsintensiv das Projekt JUNGHEIZER im Allgemeinen sei, da es voll ehrenamtlich neben der alltäglichen Arbeit betrieben würde. Es sei geplant, den Truck mit dem JUNGHEIZER-Konzept deutschlandweit zu vermieten, um auch über die Südpfalz hinaus den Nachwuchs fürs Handwerk im Sinne der JUNGHEIZER begeistern zu können. Doch auch das sei sehr arbeitsintensiv und würde mindestens eine Vollzeitstelle als Projektkoordinator erfordern. Deshalb sei es in diesem Jahr das Ziel, weitere finanzielle Unterstützer gewinnen zu können. Social Media – Beispiele, Tipps & Tricks für das SHK-Handwerk Einen spannenden Beitrag stellte eine Präsentation zum zeitgemäßen Thema Social Media dar, welche von Timo Kannegießer gehalten wurde. Anhand von Beispielen aus seiner Arbeit bei der größten Community der SHK-Branche, den Heizungsbauern aus Leidenschaft, zeigte Kannegießer, welche Art von Beiträgen besonders gut bei den Nutzern ankommt und hohe Reichweiten erzielen. Handwerksunternehmen empfahl Kannegießer, hin und wieder „kurioses aus dem Arbeitsalltag“ einzufangen und auf Social Media zu posten. Oder in Beiträgen „einfach mal Danke“ zu sagen. Authentisch wirke auch, „Gesicht zu zeigen“, also in Form von Videos oder Bildern die eigenen Mitarbeiter auftreten zu lassen.

Die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram sind heutzutage wichtige Medien, um junge Leute, also auch den Nachwuchs, zu erreichen und für das Handwerk zu werben. Timo Kannegießer zeigt, was besonders gut in den sozialen Medien ankommt. Einen weiteren interessanten Teil des Branchentreffs stellte die Podiumsdiskussion dar. Vertreten waren neben den beiden Moderatoren Philipp Schimmele und Lucas Fischer ein Lehrer sowie der Geschäftsführer eines Handwerkunternehmens. Außerdem nahmen eine Studienabbrecherin und ein Studienabbrecher teil, die sich noch während ihres Studiums bewusst für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Auch ein junger Mann aus Afghanistan war dabei, der derzeit noch zur Schule geht. Dieser hat sich während einer JUNGHEIZER-Aktion für ein Praktikum bei Friedel + Ullmer beworben, was ihm sehr gut gefallen hat. Er beginnt im Sommer eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Podiumsdiskussion zum Thema Ausbildung im Handwerk.Als Gründe für die bewusste Ausbildung im Handwerk nannten die Drei ganz klar die Abwechslung, die sie am Handwerk schätzten. Im Gegensatz zum Studium, was den beiden Studienabbrechern einfach zu trocken und zu langweilig sei, habe man im Handwerk fast jeden Tag eine andere Arbeit. Außerdem sei es ein gutes Gefühl, am Ende des Tages zu wissen, man habe etwas erschaffen und damit Menschen glücklich gemacht. Zwölf gute Gründe für eine Ausbildung im (Pfälzer) Handwerk Weitere interessante Impulse gab es zum Abschluss des Programmes von Klaus Seiferlein, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südpfalz Deutsche Weinstraße. Seiferlein führte zwölf Gründe auf, die für eine Ausbildung im Handwerk sprechen. Denn entgegen der weitverbreiteten falschen Klischees über das Handwerk bietet dieses gerade in der heutigen Zeit gute Perspektiven. Der Spruch “Das Handwerk hat goldenen Boden” gilt heutzutage so stark wie noch nie zuvor. Im Folgenden werden die zwölf Gründe zusammengefasst.

1 FRÜHE FINAZIELLE UNABHÄNGIGKEIT Eine Ausbildung im Handwerk führt früh zu finanzieller Unabhängigkeit. Man verdient schnell sein eigenes Geld und kann sich einiges leisten.

2 REIFE UND SELBSTSTÄNDIGKEIT Bei einem frühen Eintritt in das reale Arbeitsleben werden junge Auszubildende früh in vielerlei Hinsicht gefordert. Das führt zu früher Reife und Selbstständigkeit.

3 IN DER HEIMAT BLEIBEN KÖNNEN Wer ein handwerk gelernt hat, kann überall arbeiten. Denn Handwerker werden überall gebraucht. Das familiäre Umfeld und der Freundeskreis müssen somit nicht verlassen werden.

4 WERTSCHÄTZUNG UND ANERKENNUNG Tüchtige und leistungsfähige Handwerker, die Sachen erschaffen oder reparieren, erfahren von Umfeld Wertschätzung und Anerkennung.

5 INNERE BEFRIEDIGUNG

Dinge erschaffen, kreativ verändern, schöner udn besser machen zu können sorgt oft für ein hohes maß an innerer Befriedigung.

6 WICHTIGER TEIL DER ARBEITSTEILIGEN WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT Das Handwerk ist unerlässlicher Teil unserer arbeitsteiligen Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne das Handwerk kann vieles nicht entstehen, erhalten oder weiterentwickelt werden. handwerk schafft Werte. Handwerker dürfen zu Recht stolz auf ihren Beruf sein.

7 ARBEITSPLATZSICHERHEIT Wenn immer mehr lange zur Schule oder studieren gehen wollen, werden die im Handwerk Tätigen immer begehrter sein. Sie werden sich nie um ihren Arbeitsplatz sorgen müssen.

8 GUTE EINSTIEGS-, ENTWICKLUNGS- UND AUFSTIEGSMÖGLICHKEITEN Viele Handwerksbetriebe suchen Auszubildende. Deshalb ist der Einstieg in einen handwerklichen Beruf nicht schwer. Auch nach der Ausbildung gibt es viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten, wie z.B. zum Techniker, Meister oder Studium. Somit besteht soger die Möglichkeit, einen eigenen Handwerksbetrieb zu eröffnen bzw. zu übernehmen.

9 AUSREICHENDE VERDIENSTMÖGLICHKEITEN Auch im Handwerk kann man bei entsprechendem Interesse und bei entsprechender Einsatzbereitschaft genug Geld verdienen, um ein angenehmes, erfülltes leben zu führen. Eine Ausbildung beginnt in der Regel früher als ein Studium und auch durch Eigenleistungen kann im Vergleich zum Akademiker viel Geld eingespart werden.

10 VERNÜNFTIGE ARBEITSZEITEN UND VERTRETBARE KÖRPERLICHE BELASTUNG Handwerker müssen nicht bis zum Umfallen schaffen. Es bestehen vernünftige Arbeitszeiten, die Raum für Hobbys und Interessen anch Feierabend lassen. Außerdem ist es heutzutage im Interesse der Chefs, die Gesundheit der Mitarbeiter so lange wie möglich zu erhalten. Die körperliche Tätigkeit führt oft zu körperlicher Robustheit.

11 KEINE BZW. GERINGE BETROFFENHEIT VON DIGITALISIERUNG Handwerkliche Tätigkeiten sind individuell. Somit können handwerkliche Jobs nicht so einfach wegdigitalisiert werden können.

12 PROFITEURE EINES UMDENKPROZESSES IN DER GESELLSCHAFT Nachhaltigkeit, Langlebigkeit udn Regionalität sind Megatrends in der Gesellschaft. Von diesen wir auch der Handwerker profitieren. Er verkörpert und lebt nämlich genau diese Aspekte.

Klaus Seiferlein, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südpfalz Deutsche Weinstraße, zeigt 12 Argumente für eine Ausbidlung im Handwerk.Eine Ausbildung im Handwerk hat viele Vorteile, bietet viele Chancen und große Möglichkeiten. Die Arbeit der JUNGHEIZER ist deshalb sehr wichtig und unterstützenswert. Lasst uns gemeinsam das Image des Handwerks verbessern und junge Menschen für die tollen Möglichkeiten des Handwerks begeistern. #LUSTAUFHANDWERK



Quelle : https://shkjobs.de/initiative-jungheizer-nachwuchsfoerderung-im-handwerk/

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